AfA: „Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten erhalten“

Veröffentlicht am 24.03.2013 in Arbeit

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD begrüßt den Antrag der SPD Bundestagsfraktion „ Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten erhalten – Psychische Belastungen in der Arbeitswelt reduzieren „ so Holger Scharff Landes- und Regionalvorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft.

Der Stress und die Belastung für die Beschäftigten nehmen nahezu täglich zu. In vielen Unternehmen werden die frei werdenden Stellen einfach nicht mehr besetzt, im Bereich der Pflege gilt ähnliches oder aber man findet keine Bewerber.

Besonders in der Pflege kann man die steigende Belastung fast an jedem Arbeitsplatz deutlich erkennen. Pflegekräfte stehen unter ständigen Zeitdruck. Es fehlt ihnen die Zeit um sich um den Patienten so zu kümmern, wie er es eigentlich bräuchte. In den meisten Fällen muss die Arbeit hastig erledigt werden, weil die Leistungsvorgaben zu hoch sind und die vielen Dokumentationspflichten ernorm Arbeitszeit kostet. Das menschliche in der Kranken- und Altenpflege geht dadurch verloren und dies darf nicht sein so AFA Sprecher Holger Scharff.

Die ständig steigenden Belastungen am Arbeitsplatz schaden allen weil

- es schadet den Pflegekräften, weil sie durch psychische Belastungen und Stress selbst krank werden
- es schadet dem Arbeitgeber, weil er die Ausfallzeiten seiner Arbeitnehmer zu verkraften hat
- es schadet den Krankenkassen, weil sie bei Krankheiten, die durch psychische Belastungen entstehen, die Kosten tragen müssen
- er schadet der Qualität der Arbeit, denn mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz kann keine Pflegekraft wirklich gute Arbeit leisten

und damit schaden der Stress und die psychische Belastungen am Arbeitsplatz auch den Patienten.

Das Gesundheitswesen leidet, weil niemand mehr bei uns diese Arbeit unter diesen Bedingungen machen will. Dieses Problem löst man aber auch nicht, wenn man nun glaubt, dass man sich philippinische Pflegekräfte holt und diese dann unter unseren Bedingungen ausbeuten kann. Das System muss verändert werden, sodass es auch unseren Pflegebeschäftigten wieder Spaß macht Menschen zu helfen so Scharff.

All diese Probleme so Scharff sind überall bekannt, es wird aber leider zu wenig dagegen getan. Darum ist es gut und richtig, wenn nun die SPD Bundestagsfraktion dieses aufgreift so der AFA Sprecher.

 

Unser Abgeordneter für die Vorderpfalz

Christian Schreider heißt er, den Wahlkreis Ludwigshafen-Frankenthal gewonnen hat er und sich in Berlin für unsere Region einsetzen wird er. Wir bedanken uns bei allen Wählerinnen und Wählern für ihre Stimmen!

Historisches: Organisationen der Arbeiterbewegung

Zur SPD gehörte einst, wenn auch nicht organisatorisch, so doch ideell und personell verbunden, ein ganzes Bündel von Massenorganisationen – Bestandteile der Arbeiterbewegung, die der Masse der Werktätigen das ermöglichen sollten, was dem Einzelnen nicht möglich war. Vom Ich zum Wir! Ein anderer Beweggrund war, den bürgerlich geprägten Vereinen proletarische Organisationen entgegenzustellen.

Besonders deutlich wird das zum Beispiel bei dem „Touristenverein Die Naturfreunde“, dessen erste zarte Keime sich schon seit 1895 erhoben. Die Naturfreunde verstehen sich immer noch ausdreücklich als ein politischer Freizeitverband sowie ein Gegengewicht zum bürgerlichen Deutschen Jugendherbergswerk und bieten entsprechende Bildungsveranstaltungen in ihren etwa 400 Naturfreundehäusern.

Als „Selbsthilfe der Arbeiterschaft“ hat Friedrich Ebert einmal die am 13. Dezember 1919 von Marie Juchacz, SPD-Abgeordnete der NAtionalversammlung, gegründete Arbeiterwohlfahrt bezeichnet. Heute ist sie einer der sechs großen Wohlfahrtsverbände in Deutschland und betreibt Heime aller Art, Auskunfts- und Beratungsstellen, Altenclubs, Selbsthilfegruppen und vieles mehr.

Ebenso ein Teil der Arbeiterbewegung war ursprünglich der Arbeiter-Samariter-Bund. Seine Keimzelle lag in Erkner bei Berlin. Nach einem Unfall, bei dem mehrere Arbeiter verunglückten, beschlossen sechs Berliner Zimmerleute, einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs für Arbeiter zu organisieren. Heute ist der ASB eine der großen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen in Deutschland und ist mit zahlreichen Schwesterorganisationen in den meisten europäischen Ländern international verbunden.

Neben diesen drei herausragenden Beispielen gab es im Umfeld der SPD und der mit ihr verbündeten Gewerkschaften – vor der Nazizeit im ADGB, heute im DGB – eine vielfältige Vereinswelt an Arbeiterchören, Arbeiter-Sportvereinen, Bildungsvereinen, Baugenossenschaften und so weiter, die 1933 völlig zerstört worden und nach dem Krieg kaum noch wiederbelebt wurde.

Eine Ausnahme ist das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Kampfverband für Republik, Demokratie und Grundrechte, gegründet 1924! Ins Leben gerufen wurde das Reichsbanner als republikanisch-demokratisches Gegengewicht zu den links- und rechtsradikalen Frontkämpferbünden „Roter Frontkämpferbund“ (KPD-nah), „Stahlhelm“ (DNVP-nah) sowie der zum NSDAP-Organisationsbestand gehörenden SA. Die Gründer des Reichsbanners kamen aus den drei uneingeschränkt staatstragenden Parteien der Weimarer Koalition, der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP), dem katholischen Zentrum (Z) sowie vor allem und mit starkem Übergewicht der SPD. 1933 umgehend von den Nationalsozialisten verboten und aufgelöst, wurde das Reichsbanner 1953 wiedergegründet und existiert heute als Organisation der politischen Bildung sowie als Traditionsträger des alten Reichsbanners von vor 1933.