„1863-2013. 150 Jahre SPD in der Vorderpfalz. Ein historischer Überblick“ ist erschienen

Veröffentlicht am 20.11.2014 in Aktuell

Bernhard Kukatzki (links) und Unterbezirksvorsitzender Martin Wegner (rechts) übergeben das Werk an Roger Lewentz

Unser Landesvorsitzender hat das erste Exemplar des Buches zur Geschichte der SPD Vorderpfalz schon vor wenigen Tagen überreicht bekommen. Alle anderen Interessierten sind zur offiziellen Buchvorstellung herzlich eingeladen: Sehr geehrte Damen und Herren, wir laden herzlich ein zur Buchvorstellung „1863-2013. 150 Jahre SPD in der Vorderpfalz. Ein historischer Überblick“ am Freitag, 21. November um 18.00 Uhr in der Alten Schwartz’schen Brauerei, Korngasse 32, 67346 Speyer.

Das Buch entstand aus Archivmaterial der SPD Vorderpfalz in Zusammenarbeit verschiedener Historikerinnen und Historiker anlässlich des 150-jährigen Bestehens der SPD in der Vorderpfalz im vergangenen Jahr. Herausgeber sind die Historiker Dr. Klaus-Jürgen Becker, Bernhard Kukatzki und Alexander Kraft. 
Der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Vorderpfalz, Martin Wegner, und Dr. Klaus-Jürgen Becker werden die druckfrische Publikation vorstellen. Die Buchvorstellung verbindet die SPD Vorderpfalz mit einem kleinen Empfang für ihre neuen Mitglieder der letzten anderthalb Jahre, bei dem MdEP Jutta Steinruck zu Gast ist.

Offiziell gibt es das Buch vom 21. 11. 2014 an. Es ist also brandneu! Am einfachsten isder Bezug über die Regionalgeschäftsstelle in Ludwigshafen, Maxstraße 65, 0621/513068. Abholpreis ist 7 €. Für diejenigen, die nicht anreisen können oder wollen: Das Buch hat auch eine ISBN, mit der es über den Buchhandel erreichbar ist:

ISBN 978-3-938031-48-3

 

Unser Abgeordneter für die Vorderpfalz

Christian Schreider heißt er, den Wahlkreis Ludwigshafen-Frankenthal gewonnen hat er und sich in Berlin für unsere Region einsetzen wird er. Wir bedanken uns bei allen Wählerinnen und Wählern für ihre Stimmen!

Historisches: Organisationen der Arbeiterbewegung

Zur SPD gehörte einst, wenn auch nicht organisatorisch, so doch ideell und personell verbunden, ein ganzes Bündel von Massenorganisationen – Bestandteile der Arbeiterbewegung, die der Masse der Werktätigen das ermöglichen sollten, was dem Einzelnen nicht möglich war. Vom Ich zum Wir! Ein anderer Beweggrund war, den bürgerlich geprägten Vereinen proletarische Organisationen entgegenzustellen.

Besonders deutlich wird das zum Beispiel bei dem „Touristenverein Die Naturfreunde“, dessen erste zarte Keime sich schon seit 1895 erhoben. Die Naturfreunde verstehen sich immer noch ausdreücklich als ein politischer Freizeitverband sowie ein Gegengewicht zum bürgerlichen Deutschen Jugendherbergswerk und bieten entsprechende Bildungsveranstaltungen in ihren etwa 400 Naturfreundehäusern.

Als „Selbsthilfe der Arbeiterschaft“ hat Friedrich Ebert einmal die am 13. Dezember 1919 von Marie Juchacz, SPD-Abgeordnete der NAtionalversammlung, gegründete Arbeiterwohlfahrt bezeichnet. Heute ist sie einer der sechs großen Wohlfahrtsverbände in Deutschland und betreibt Heime aller Art, Auskunfts- und Beratungsstellen, Altenclubs, Selbsthilfegruppen und vieles mehr.

Ebenso ein Teil der Arbeiterbewegung war ursprünglich der Arbeiter-Samariter-Bund. Seine Keimzelle lag in Erkner bei Berlin. Nach einem Unfall, bei dem mehrere Arbeiter verunglückten, beschlossen sechs Berliner Zimmerleute, einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs für Arbeiter zu organisieren. Heute ist der ASB eine der großen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen in Deutschland und ist mit zahlreichen Schwesterorganisationen in den meisten europäischen Ländern international verbunden.

Neben diesen drei herausragenden Beispielen gab es im Umfeld der SPD und der mit ihr verbündeten Gewerkschaften – vor der Nazizeit im ADGB, heute im DGB – eine vielfältige Vereinswelt an Arbeiterchören, Arbeiter-Sportvereinen, Bildungsvereinen, Baugenossenschaften und so weiter, die 1933 völlig zerstört worden und nach dem Krieg kaum noch wiederbelebt wurde.

Eine Ausnahme ist das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Kampfverband für Republik, Demokratie und Grundrechte, gegründet 1924! Ins Leben gerufen wurde das Reichsbanner als republikanisch-demokratisches Gegengewicht zu den links- und rechtsradikalen Frontkämpferbünden „Roter Frontkämpferbund“ (KPD-nah), „Stahlhelm“ (DNVP-nah) sowie der zum NSDAP-Organisationsbestand gehörenden SA. Die Gründer des Reichsbanners kamen aus den drei uneingeschränkt staatstragenden Parteien der Weimarer Koalition, der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP), dem katholischen Zentrum (Z) sowie vor allem und mit starkem Übergewicht der SPD. 1933 umgehend von den Nationalsozialisten verboten und aufgelöst, wurde das Reichsbanner 1953 wiedergegründet und existiert heute als Organisation der politischen Bildung sowie als Traditionsträger des alten Reichsbanners von vor 1933.