SPD LU begrüßt Mobilitätspakt und neue Stadtbahnlinien

Veröffentlicht am 24.09.2019 in Kommunales

– Pressemitteilung –

Die Ludwigshafener SPD begrüßt und unterstützt, dass sowohl der Mobilitätspakt für die Region Rhein-Neckar als auch die Planung neuer Stadtbahnlinien nun näher rücken.

„Der Verband Region Rhein-Neckar ist genau die richtige Organisation, um einen solchen Mobilitätspakt zu knüpfen und hat dazu in den vergangenen Jahren schon wichtige Vorarbeiten zusammen mit den Städten und anderen Akteuren geleistet“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Christian Schreider. Neben Angebotsverbesserungen durch zusätzliche Bahn-Fahrten, längere Züge und bessere Anschlüsse brauche es ein regionsweites Entlastungskonzept, das der Verband gut koordinieren könne. „Dazu gehören großräumige Umleitungen inklusive digitaler Verkehrssteuerung, damit Autofahrer schon außerhalb Ludwigshafens auf Alternativrouten umgelenkt werden“, so Schreider. Vor allem gelte es in Gesprächen mit der Wirtschaft aber auch auf die Erweiterung von Job-Ticket-Angeboten, Home-Office-Möglichkeiten und flexiblere Arbeitszeiten hinzuwirken, um Berufspendlerverkehr per Pkw zumindest zeitlich stärker zu entzerren. Und gerade auch der regionale Fahrradverkehr sei besser und schneller auszubauen.

Besonders begrüße die SPD die sich auf die Ziellinie zubewegende Prüfung neuer Stadtbahn-Strecken: „Die Anbindung von Edigheim und der Pfingstweide, der Gartenstadt, von Maudach und Mutterstadt sowie von Neuhofen und Waldsee wäre eine attraktive Einladung zum Umsteigen auf umweltfreundliche Verkehrsträger“, so Schreider. „Sollte sich nach Abschluss der Prüfungen im Dezember die Chance auf Realisierung ergeben, werden wir das mit Nachdruck verfolgen. Klar ist aber auch: Das geht nur, wenn die Stadt erhebliche finanzielle Unterstützung bekommt. Um echte Entlastungen zu erreichen, braucht die Region aber letztlich vor allem schnelle Schienenverbindungen“, so Schreider.

 

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Vertreten nicht immer unsere Meinung, meistens sogar nicht, sind aber intelligent und streitbar und immer wert zu lesen: Die Nachdenkseiten, herausgegeben von Albrecht Müller.

Sozialdemokratie und studentische Verbindungen – ja geht denn das zusammen? Für viele von uns sind die Korporationen ein rotes Tuch – zum Teil zu Recht. Dennoch gab und gibt es auch in der SPD eine ganze Reihe zum Teil recht bekannter Genossen, die Mitglieder in Studentenverbindungen waren oder sind, angefangen mit Ferdinand Lassalle. Vor einiger Zeit hat sich nun eine Arbeitsgemeinschaft korporierter Sozialdemokratinnen (!) und Sozialdemokraten gegründet, der Lassalle-Kreis, der für Verständigung und Aufklärung sorgen will – bei Verbindungen und in der Partei. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber zumindest ein interessantes Experiment.

Wir sind eine Partei, die auf einer wissenschaftlich begründeten Weltanschauung fußt, wir sind eine Programmpartei, wir sind eine Partei mit 150 Jahren Geschichte und wir sind eine Partei, die sich die politische Bildung ihrer Mitglieder, aber auch jedes mündigen Bürgers auf ihre Fahnen geschrieben hat. Es sei daher hier noch auf eine weitere Institution hingewiesen, die uns bei unserer politischen Bildungsarbeit seit langem begleitet und unterstützt: die traditionsreiche Friedrich-Ebert-Stiftung mit ihren zahlreichen Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Stipendien, einer Bibliothek und dem Archiv der sozialen Demokratie.

Historisches: Organisationen der Arbeiterbewegung

Zur SPD gehörte einst, wenn auch nicht organisatorisch, so doch ideell und personell verbunden, ein ganzes Bündel von Massenorganisationen – Bestandteile der Arbeiterbewegung, die der Masse der Werktätigen das ermöglichen sollten, was dem Einzelnen nicht möglich war. Vom Ich zum Wir! Ein anderer Beweggrund war, den bürgerlich geprägten Vereinen proletarische Organisationen entgegenzustellen.

Besonders deutlich wird das zum Beispiel bei dem „Touristenverein Die Naturfreunde“, dessen erste zarte Keime sich schon seit 1895 erhoben. Die Naturfreunde verstehen sich immer noch ausdreücklich als ein politischer Freizeitverband sowie ein Gegengewicht zum bürgerlichen Deutschen Jugendherbergswerk und bieten entsprechende Bildungsveranstaltungen in ihren etwa 400 Naturfreundehäusern.

Als „Selbsthilfe der Arbeiterschaft“ hat Friedrich Ebert einmal die am 13. Dezember 1919 von Marie Juchacz, SPD-Abgeordnete der NAtionalversammlung, gegründete Arbeiterwohlfahrt bezeichnet. Heute ist sie einer der sechs großen Wohlfahrtsverbände in Deutschland und betreibt Heime aller Art, Auskunfts- und Beratungsstellen, Altenclubs, Selbsthilfegruppen und vieles mehr.

Ebenso ein Teil der Arbeiterbewegung war ursprünglich der Arbeiter-Samariter-Bund. Seine Keimzelle lag in Erkner bei Berlin. Nach einem Unfall, bei dem mehrere Arbeiter verunglückten, beschlossen sechs Berliner Zimmerleute, einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs für Arbeiter zu organisieren. Heute ist der ASB eine der großen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen in Deutschland und ist mit zahlreichen Schwesterorganisationen in den meisten europäischen Ländern international verbunden.

Neben diesen drei herausragenden Beispielen gab es im Umfeld der SPD und der mit ihr verbündeten Gewerkschaften – vor der Nazizeit im ADGB, heute im DGB – eine vielfältige Vereinswelt an Arbeiterchören, Arbeiter-Sportvereinen, Bildungsvereinen, Baugenossenschaften und so weiter, die 1933 völlig zerstört worden und nach dem Krieg kaum noch wiederbelebt wurde.

Eine Ausnahme ist das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Kampfverband für Republik, Demokratie und Grundrechte, gegründet 1924! Ins Leben gerufen wurde das Reichsbanner als republikanisch-demokratisches Gegengewicht zu den links- und rechtsradikalen Frontkämpferbünden „Roter Frontkämpferbund“ (KPD-nah), „Stahlhelm“ (DNVP-nah) sowie der zum NSDAP-Organisationsbestand gehörenden SA. Die Gründer des Reichsbanners kamen aus den drei uneingeschränkt staatstragenden Parteien der Weimarer Koalition, der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP), dem katholischen Zentrum (Z) sowie vor allem und mit starkem Übergewicht der SPD. 1933 umgehend von den Nationalsozialisten verboten und aufgelöst, wurde das Reichsbanner 1953 wiedergegründet und existiert heute als Organisation der politischen Bildung sowie als Traditionsträger des alten Reichsbanners von vor 1933.