Verband Region Rhein-Neckar: SPD-Abgeordnetengespräch – Luka Mucic referierte über „Digitale Modellregion Rhein-Neckar“

Veröffentlicht am 07.02.2017 in Kommunales

V. l.: Heinrich Zier, Georg Kohler, Ralph Schlusche, Luka Mucic, Matthias Baaß, Mannheims OB Dr. Peter Kurz, Helmut Beck

Weit über 30 Abgeordnete und kommunalpolitisch Verantwortliche konnte Viernheims Bürgermeister Matthias Baaß, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Metropolregion, zu ihrem traditionellen Abgeordnetengespräch der SPD-Regionalverbandsfraktion am vergangenen Samstag im Stadthaus Mannheim begrüßen.

Und mit Luka Mucic, SAP-Finanzvorstand und Vorsitzender des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar, hätte die SPD-Fraktion im Verband Region Rhein-Neckar keine bessere Wahl für das Einführungsreferat zu ihrer nun bereits 36. Veranstaltung dieser Art im Stadthaus Mannheim treffen können. Mit Blick auf den im Juni diesen Jahres in der Metropolregion stattfindenden Nationalen IT-Gipfel war dieses Mal „Digitale Modellregion Rhein-Neckar“ Thema der jährlich stattfindenden Traditionsveranstaltung.

Bereits in den siebziger Jahren setzte die Entwicklung ein mit digitalen Daten Abläufe und Prozesse zu automatisieren, so Luka Mucic, daher rührt auch der vielzitierte Ausspruch „Daten sind der Rohstoff der Zukunft“. Heute nun, nur vierzig Jahre später, vollzieht sich ein weiterer technologischer Wandel, weshalb bereits vielfach von der vierten industriellen Revolution gesprochen wird, führte Luca Mucic aus, und er wagte in diesem Zusammenhang die Prognose, dass das Ausmaß der rasanten Entwicklung im Bereich der Digitalisierung in den nächsten Jahren weiter an Geschwindigkeit zunehmen wird.

Laut einer Statistik der Bundesregierung haben wir derzeit über 3 Milliarden Internet-Nutzer, und bereits im Jahr 2015 waren 20 Milliarden Geräte und Maschinen über das Internet verbunden. Nach vorliegenden Schätzungen wird sich diese Zahl bis 2030 auf 500 Milliarden erhöhen. Was vor 20 Jahren noch Zukunftsvision war, ist heute aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Kritik übte Luka Mucic an der EU-Datenschutzverordnung, die seines Erachtens die Verwendungsmöglichkeiten digitaler Daten nicht ausreichend mit ins Kalkül zieht. „Es braucht praxistaugliche Regelungen, sonst werden unsere Daten und damit unsere Arbeitsplätze künftig im Ausland sein“, machte der Referent seiner interessierten Zuhörerschaft deutlich. Und Luka Mucic weiter: „Wer die Chancen nicht rechtzeitig erkennt, gerät aufs Abstellgleis.“

In seinen weiteren Ausführungen stellte Luka Mucic fest, dass derzeit in den USA fünfmal so viele telekommunikationsbasierte Patente eingereicht werden wie in der EU insgesamt; und er prognostizierte „Wer die Sieger von morgen sind, hängt insbesondere auch davon ab, wer die besten Voraussetzungen für die weitere digitale Entwicklung schafft.“

Bereits vor 400 Jahren stellte der französische Mathematiker Blaise Pascal fest „Es gibt bereits alle guten Vorsätze, wir brauchen sie nur noch anzuwenden“. Bei der Digitalisierung, stellte Luka Mucic fest, verhält es sich ganz ähnlich: Wir haben nicht primär ein Erkenntnisdefizit, sondern vor allem ein Umsetzungsdefizit.

Metropolregionen sind die Motoren der Entwicklung in Deutschland. „Diesem Anspruch wollen wir in unserer Metropolregion Rhein-Neckar mit vernünftigen regulatorischen Rahmenbedingungen als ‚Digitale Modellregion Rhein-Neckar‘ gerecht werden, dazu brauchen wir insbesondere auch Ihre Hilfe“, richtete Luka Mucic abschließend seinen Appell an die Abgeordneten und an die Kommunalpolitiker.

Im Anschluss an das mit großem Beifall aufgenommene Einführungsreferat schloss sich eine durchweg hochkarätige Aussprache über die von Luka Mucic vorgetragenen Thesen an, bei der sich insbesondere die zahlreich anwesenden Abgeordneten aus Europa, dem Bund und den Ländern sehr kompetent und sachorientiert äußerten.

 

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