Wunschbäume– Eine Spendenidee zur Weihnachtszeit

Veröffentlicht am 04.12.2018 in Aktuell

Von Svenja Budde, stellv. Landesvorsitzende der Jusos Rheinland-Pfalz | jusos-rlp.de

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Und auch wenn wir Jusos Rheinland-Pfalz eindringlich dazu aufrufen, nicht nur vor Weihnachten an die Belange anderer, weniger begünstigter Menschen zu denken und auch wenn es hunderte, tausende unterstützungswürdiger Projekte und Organisationen gibt, so möchte ich doch die Gelegenheit nutzen, auf ein speziell auf zur Weihnachtszeit stattfindendes Projekt aufmerksam zu machen, das mir persönlich am Herzen liegt: „Wunschbäume“.

Bei den sogenannten „Wunschbäumen“ handelt es sich um Bäume (oder ähnliches), die in zahlreichen Städten von einer koordinierenden Stelle an öffentlichen Orten aufgestellt werden und an die Kinder auf finanziell schwächeren Familien ihre Weihnachtswünsche hängen können. Denn auch wenn gerade in der Werbebranche leuchtende Kinderaugen und Geschenkberge zum Standardrepertoire der Vorweihnachtszeit gehören, sind Geschenke für viel zu viele Kinder auch bei uns keine Selbstverständlichkeit. Nach neusten Zahlen sind 19% der Kinder in Deutschland von Armut bedroht, das ist fast jedes sechste Kind, in Ostdeutschland ist es sogar jedes vierte! Hinzu kommt eine wahrscheinlich extrem hohe Dunkelziffer. Während ihre Freund*innen zu Weihnachten also von allen Seiten Geschenke bekommen, können die Familien dieser Kinder es sich häufig nicht einmal leisten, ihnen selbst kleinste Wünsche zu erfüllen. 

Dies zu ändern ist Ziel der Wunschbäume, wie beispielsweise dem in Mainz. Hier hängen in diesem Jahr Wünsche von Kindern vom Kleinkind- bis zum Jugendalter. Die allermeisten dieser Wünsche sind nicht einmal sonderlich groß: ein Paar neue Kopfhörer, ein bestimmtes Lego-Spielzeug, ein Computerspiel… Erfüllung finden diese Wünsche durch Pat*innen, die sie vom Baum abnehmen und das entsprechende Geschenk besorgen. Auch ich habe in diesem Jahr die Patenschaft für einen Wunsch übernommen: W., 11 Jahre, wünscht sich unter anderem „ein gruseliges Buch“. Ich freue mich sehr darauf, diesen Wunsch zu erfüllen und damit diesem Kind das diesjährige Weihnachtsfest zu verschönern. Wenn ich Zeit habe, werde ich zur Übergabe der Geschenke am 18. Dezember gehen (gesammelt werden die Geschenke vorher zentral), um die Freude, die dieses Geschenk hoffentlich auslösen wird, zu sehen. 

Ich hoffe, dass auch die anderen Wünsche ihre Pat*innen finden, auch wenn alle Wünsche, die in Mainz keine*n Paten*in finden, von den Geschäften der Römerpassage erfüllt werden. 

Bis zum 12. Dezember können Wünsche noch übernommen werden – vielleicht schaut auch ihr mal vorbei und nehmt einen mit? Oder informiert euch, ob und wo in eurer Stadt einer steht? Oder ihr spendet an ein anderes Projekt? Egal wofür ihr euch entscheidet: es ist nicht so schwierig, anderen zu helfen und etwas Gutes zu tun. Überlegt es euch und macht zu Weihnachten (und darüber hinaus) die Welt zu einem solidarischeren Ort!

 

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Vertreten nicht immer unsere Meinung, meistens sogar nicht, sind aber intelligent und streitbar und immer wert zu lesen: Die Nachdenkseiten, herausgegeben von Albrecht Müller.

Sozialdemokratie und studentische Verbindungen – ja geht denn das zusammen? Für viele von uns sind die Korporationen ein rotes Tuch – zum Teil zu Recht. Dennoch gab und gibt es auch in der SPD eine ganze Reihe zum Teil recht bekannter Genossen, die Mitglieder in Studentenverbindungen waren oder sind, angefangen mit Ferdinand Lassalle. Vor einiger Zeit hat sich nun eine Arbeitsgemeinschaft korporierter Sozialdemokratinnen (!) und Sozialdemokraten gegründet, der Lassalle-Kreis, der für Verständigung und Aufklärung sorgen will – bei Verbindungen und in der Partei. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber zumindest ein interessantes Experiment.

Wir sind eine Partei, die auf einer wissenschaftlich begründeten Weltanschauung fußt, wir sind eine Programmpartei, wir sind eine Partei mit 150 Jahren Geschichte und wir sind eine Partei, die sich die politische Bildung ihrer Mitglieder, aber auch jedes mündigen Bürgers auf ihre Fahnen geschrieben hat. Es sei daher hier noch auf eine weitere Institution hingewiesen, die uns bei unserer politischen Bildungsarbeit seit langem begleitet und unterstützt: die traditionsreiche Friedrich-Ebert-Stiftung mit ihren zahlreichen Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Stipendien, einer Bibliothek und dem Archiv der sozialen Demokratie.

Historisches: Organisationen der Arbeiterbewegung

Zur SPD gehörte einst, wenn auch nicht organisatorisch, so doch ideell und personell verbunden, ein ganzes Bündel von Massenorganisationen – Bestandteile der Arbeiterbewegung, die der Masse der Werktätigen das ermöglichen sollten, was dem Einzelnen nicht möglich war. Vom Ich zum Wir! Ein anderer Beweggrund war, den bürgerlich geprägten Vereinen proletarische Organisationen entgegenzustellen.

Besonders deutlich wird das zum Beispiel bei dem „Touristenverein Die Naturfreunde“, dessen erste zarte Keime sich schon seit 1895 erhoben. Die Naturfreunde verstehen sich immer noch ausdreücklich als ein politischer Freizeitverband sowie ein Gegengewicht zum bürgerlichen Deutschen Jugendherbergswerk und bieten entsprechende Bildungsveranstaltungen in ihren etwa 400 Naturfreundehäusern.

Als „Selbsthilfe der Arbeiterschaft“ hat Friedrich Ebert einmal die am 13. Dezember 1919 von Marie Juchacz, SPD-Abgeordnete der NAtionalversammlung, gegründete Arbeiterwohlfahrt bezeichnet. Heute ist sie einer der sechs großen Wohlfahrtsverbände in Deutschland und betreibt Heime aller Art, Auskunfts- und Beratungsstellen, Altenclubs, Selbsthilfegruppen und vieles mehr.

Ebenso ein Teil der Arbeiterbewegung war ursprünglich der Arbeiter-Samariter-Bund. Seine Keimzelle lag in Erkner bei Berlin. Nach einem Unfall, bei dem mehrere Arbeiter verunglückten, beschlossen sechs Berliner Zimmerleute, einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs für Arbeiter zu organisieren. Heute ist der ASB eine der großen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen in Deutschland und ist mit zahlreichen Schwesterorganisationen in den meisten europäischen Ländern international verbunden.

Neben diesen drei herausragenden Beispielen gab es im Umfeld der SPD und der mit ihr verbündeten Gewerkschaften – vor der Nazizeit im ADGB, heute im DGB – eine vielfältige Vereinswelt an Arbeiterchören, Arbeiter-Sportvereinen, Bildungsvereinen, Baugenossenschaften und so weiter, die 1933 völlig zerstört worden und nach dem Krieg kaum noch wiederbelebt wurde.

Eine Ausnahme ist das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Kampfverband für Republik, Demokratie und Grundrechte, gegründet 1924! Ins Leben gerufen wurde das Reichsbanner als republikanisch-demokratisches Gegengewicht zu den links- und rechtsradikalen Frontkämpferbünden „Roter Frontkämpferbund“ (KPD-nah), „Stahlhelm“ (DNVP-nah) sowie der zum NSDAP-Organisationsbestand gehörenden SA. Die Gründer des Reichsbanners kamen aus den drei uneingeschränkt staatstragenden Parteien der Weimarer Koalition, der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP), dem katholischen Zentrum (Z) sowie vor allem und mit starkem Übergewicht der SPD. 1933 umgehend von den Nationalsozialisten verboten und aufgelöst, wurde das Reichsbanner 1953 wiedergegründet und existiert heute als Organisation der politischen Bildung sowie als Traditionsträger des alten Reichsbanners von vor 1933.