Profitabelster Druckmaschinenhersteller KBA will Belegschaft halbieren

Veröffentlicht am 06.12.2010 in Wirtschaftspolitik

Für SPD-Bundestagsabgeordnete Doris Barnett passen Analysten-Aussage und Unternehmenshandeln nicht zusammen

„Wenn am Mittwoch in der Presse zu lesen ist, dass die Frankenthaler Firma Koenig & Bauer AG ihre Belegschaft von 700 auf 300 Mitarbeiter bis 2012 reduzieren will, weil es mit dem Bau von Druckmaschinen nichts zu verdienen gibt und tags darauf die Analyse einer Großbank feststellt, die KBA sei ‚unter den deutschen Druckmaschinenherstellern als der führende Konzern aus der Krise hervorgegangen‘ – auf jeden Fall was den Profit angeht -, dann ist das schon schwierig zu schlucken

Wenn es dann weiter heißt, dass die KBA ihre Aufträge ‚selektiert’ und sich auf hochmargige Nischenmärkte fokussiert, dann sehe ich den angekündigten Personalabbau doch mit vielen Fragezeichen. Wer sich Aufträge aussuchen kann, lehnt also auch etliche ab. Und damit stellt das Unternehmen doch selbst die Arbeitsplätze zur Disposition und ist nicht Ergebnis mangelnder Nachfrage. Man darf sich schon wundern, warum man in Frankenthal nicht rechtzeitig in diese Nischenmärkte investiert hat und auch jetzt nicht wirklich etwas unternehmen will. Der Belegschaft kurz vor Weihnachten die ‚frohe Botschaft‘ des Arbeitsplatzverlustes als Aussicht für das Neue Jahr zu verkünden, ist wirklich nicht das, was ich als innovative Investitionspolitik für den Standort Deutschland bezeichnen würde“, so Barnett. Hinzu kommt, dass offenbar das Unternehmen für 2011 Kurzarbeit anmelden will, um dann in 2012 die halbe Belegschaft zu entlassen. Warum die Bundesagentur hier bei absehbaren Stellenstreichungen nochmals kräftig herhalten soll, fragt sich nicht nur Barnett.

 

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